Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden;
denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten,
wenn wir nicht nachlassen.

Galater 6,9

Liebe Leserin, lieber Leser,

Warum schrieb Paulus einen doch sehr emotionalen Brief an die Galater? Paulus wandte sich an die Galater, weil er sich große Sorgen darum machte, dass sie sich vom Herrn entfernen. Der Brief ist eine scharfe Auseinandersetzung mit jüdischen Missionaren, die von den Heidenchristen verlangten, sich an das jüdische Gesetz zu halten, um gerettet zu werden. Damit brachten sie Mitglieder der Gemeinde in Galatien immer wieder ins Wanken und waren in Gefahr, sich vom Glauben an Jesus Christus abzuwenden. Das wollte Paulus mit seinem Brief verhindern, hielt dagegen und stärkte die Glaubenden, dass die Erlösung allein durch den Glauben an Jesus Christus erfolgt.

Die Gemeinde in Galatien wurde durch den Brief von Paulus herausgefordert und gestärkt, am Glauben an Jesus Christus festzuhalten. Daher auch die Aufforderung in Kapitel 9:“ Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.

Wir sollen Gutes tun, praktische Liebe üben, indem wir einander helfen und unsere Gaben einbringen.

Mein besonderer Fokus liegt auf denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten.

Bevor geerntet wird, sät man aus, hofft auf gute klimatische Bedingungen und Ernteerträge. Es ist immer wieder ein mühsamer Prozess, bevor geerntet werden kann. Die Ergebnisse sind jedes Jahr, je nach Wetterbedingungen, unterschiedlich.

Wie sieht es denn mit den „Ernten“ in den Gemeinden und Kirchen aus?

Die Gemeinden und Kirchen bieten viel an, um Menschen zum ersten Schritt in die Gemeinden zu ermutigen, die Schwellenängste zu überwinden.

Wir beten um Wachstum und hoffen auf volle Gemeinden, bekehrte Menschen, auf eine gute Ernte eben.

Über die Jahre hat man so viel Arbeit investiert, trotzdem schrumpft in vielen Gemeinden die Anzahl der Gemeindemitglieder und Freunde, der Altersdurchschnitt wächst, die Kräfte lassen nach. Die Müdigkeit kommt schleichend, weil man vielleicht auch eine andere Erwartungshaltung hat. Man sät schon über so viele Jahre Samen aus, und wird nach eigenem Empfinden enttäuscht, wo bleibt der Ertrag?

Gott wirkt im Verborgenen, in Kleinigkeiten, die wir vielleicht übersehen, nicht bemerken.

Der Apostel Paulus ermutigt uns, indem er uns aufklärt, denn zu seiner Zeit werden wir ernten. Mit „seiner“ ist Gott gemeint, Gott setzt den Zeitpunkt der Ernte, nicht wir. Paulus erkennt an, dass der Einsatz, die investierte Arbeit anstrengend sein kann, wir enttäuscht werden, die Ergebnisse ausbleiben. Paulus fordert uns auf, Gott treu zu bleiben und ihm zu vertrauen.

Dieses Vertrauen, das Warten ist nach menschlichem Ermessen nicht einfach, schnelle Ergebnisse werden gewünscht. Es geht nicht um menschliche Anerkennung, sondern um Gottes Zusage.

Das neue Jahr steht vor der Tür, wie geht es weiter?

Lasst uns im Vertrauen auf Gott weiterhin Gutes tun, die Müdigkeit hinter uns lassen, Gott weiterhin treu zur Verfügung stehen, um Menschen für Gott zu gewinnen.

Gott möchte uns nicht überfordern, sondern er will uns helfen, die richtigen Wege zu finden. Gott wird uns zu seiner Zeit belohnen.

Möge der Heilige Geist uns neu begegnen, erfrischen, ermutigen und kräftigen in allem, was wir tun.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes und friedvolles neues Jahr.

Herzliche Grüße
Thomas Krannich

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